ST/A/R

Interview mit ST/A/R Kunstmagazin, Wien, Ausgabe 13 / 2007, Seite 74

Neue Galerie für junge Kunst in Linz eröffnet


Die Galerie Simone Feichtner wurde Beginn 2007 eröffnet und hat mit drei Ausstellungen
ein interessantes Spektrum geboten: SOME PORTRAITS, SOME LANDSCAPES, Arbeiten
von Paul Kranzler und Andrew Phelps; ENTBEHRUNGEN DER VORKRIEGSZEIT, Präsentation
und Performance von Ben Ross; ALLE TAGE WIEDER, Arbeiten von Lisi Schörghofer



Thomas Redl:
Was waren deine Beweggründe, die dich dazu veranlasst haben eine Galerie zu
eröffnen und warum wurde der Standort Linz gewählt?


Simone Feichtner:
Ich wollte nach dem Studium in Linz bleiben. In Linz gibt es neben
der Kunstuniversität einige beachtenswerte Kulturfesitvals, Museum- und Kunstprojekte,
wie das AEC, das Lentos oder die Landesgalerie, ist aber ist mit "richtigen" Galerien nicht
gerade überversorgt. Für mich ist diese Galerie ein Sprung ins kalte Wasser, aber in Linz
ist, meiner Meinung nach, jetzt der richtige Zeitpunkt ein solches Projekt anzugehen. 2009
ist Linz Kulturhauptstadt Europas, da wird sich vieles Bewegen und wo auch die Galerie
miteingebunden sein wird.
Hinter dieser Galerie steht kein primäres monetäres Interesse. Ich möchte meine Künstler
seriös begleiten und sehe mich als Partner nicht als Kunst-Händler. Mir macht es unglaublichen
viel Spaß mit Künstlern gemeinsam für die Galerie Projekte zu entwickeln. Da ist viel
Spannendes in arbeit.

Thomas Redl: Was ist die Programmatik und Ausrichtung der Galerie?

Simone Feichtner: Junge zeitgenössische Kunst, es geht darum mit Künstler zu wachsen.
Mir ist es wichtig ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den Künstlern zu pflegen, die
ich vertrete. Wir probieren jetzt ein paar Sachen aus, aber ich möchte mich nicht auf nur
ein Medium wie Malerei, Video oder Fotografie festzulegen, da viele junge Künstler
interdisziplinär arbeiten. Die Qualität der Arbeiten muss stimmen, generell lassen die
Räumlichkeiten alles zu und ich bin für alles offen.
So hatten wir eine spektakuläre Performance mit Ben Ross und eine viel beachtete
Fotoausstellung mit Andrew Phelps und Paul Kranzler.

Thomas Redl:
Die Galerie besteht seit Jänner 2007, und es waren bis jetzt drei Ausstellungen.
Wie sind die Reaktionen? Welche Künstler vertritt die Galerie und welche Medien sind zu sehen?


Simone Feichtner:
Die Eröffnungsausstellung war mit den preisgekrönten Fotografen
Andrew Phelps und Paul Kranzler. Die Reaktionen waren überwältigend und durchwegs
positiv. Ehrlich gesagt habe mit einem so großen Interesse und so toller Unterstützung
der Medien aber auch andere Kulturinstitutionen und Galerien nicht gerechnet. Das gibt
mir das Gefühl, dass Linz auf so eine Galerie gewartet hat.

Thomas Redl: Was ist die Zukunftsvision der Galerie?

Simone Feichtner:
Begleitend zu unserm Ausstellungsprogramm sind einige Publikationen
in Arbeit. Messebeteiligungen sind geplant. Ich freue mich ganz besonders auf die Ausstellung
von Haruko Maeda, einer japanischen Künstlerin. Haruko hat sich jetzt seit über einem
halben Jahr intensivst Vorbereitet und ganz neue Arbeiten für die Galerie Simone Feichtner
produziert. Die Eröffnung ist am 11. Mai 2007.